Das kleine närrische Lexikon
Narr

Als Narr (von Althochdeutsch Narro), aber auch als Tor (davon hergleitet töricht als Eigenschaft), wurde im Mittelalter ein Spaßmacher bezeichnet, der für Unterhaltung und Belustigung sorgen sollte und dabei meist auffällig gekleidet war. Als Tor oder Narr werden auch Personen bezeichnet, die sich sehr unreif, dumm, tollpatschig, voreingenommen, vorurteilsbehaftet und unwissend verhalten und die sich auf Basis ihrer Unwissenheit als Gelehrte aufplustern, ohne ihre Unwissenheit zu erkennen, weil sie denken, ihre Unwissenheit wäre großes Wissen.

Außer Gebrauch gekommen ist die allgemeine Bedeutung eines "Narren", der "närrische", verdrehte, einfältige Dinge tut, halb mutwillig, halb wahnsinnig. ("Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.") Der Ausdruck wurde verunglimpfend gebraucht; allenfalls die Bezeichnung "Närrchen" für ein Kind oder eine Jugendliche drückte gemischte Sympathie aus.

Der Narr heute:

Heute wird das Wort "Narr" nur noch selten als abwertende Bezeichnung für Menschen verwendet, die sich unvernünftig verhalten; eher benutzt wird mit ähnlicher Bedeutung "Blödmann". Insbesondere in der Zeit vor Aschermittwoch, also der Fastnacht oder dem Karneval, tritt er noch auf. Jedoch wurde im Oktober 2004 in England der 1649 durch Oliver Cromwell abgeschaffte Hofnarr als England's State Jester wieder eingeführt. In einigen Dialekten, so z.B. im Österreichischen, werden Konnotationen zum Narren noch heute im Umgangssprachlichen gebraucht (z.B. narrisch werden für verrückt werden oder Narrenhaus für Irrenhaus oder psychiatrische Anstalt).


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