40 Jahre Carnevalverein ,,Die Rohrhöfer Göggel" e.V.
von Gerhard Luksch

Wenn der Rohrhof inzwischen über 1025 Jahre alt ist, dann sind 40 Jahre Vereinsbestehen für den Carnevalverein Rohrhof zwar eine lange Zeit, doch im Verhältnis zu 1025 Jahren gerade einmal ein paar Tage im Jahr. Dennoch ist es den Verantwortlichen des Vereins in dieser relativ kurzen Zeit gelungen, nachhaltigen Eindruck in der Bevölkerung zu hinterlassen und dies mit einer Vielzahl von Aktivitäten und Veranstaltungen.

Bereits in den Gründerjahren hat sich der Carnevalverein »Die Rohrhöfer Göggel« e.V. hohe Ziele in seine Satzung geschrieben, die da u. a. lauten: Heimatliches und fasnachtliches Brauchtum zu pflegen und die Tradition auch den Nachkommen näher zu bringen.Der karnevalistische oder fasnachtliche Schwerpunkt liegt natürlich in der Natur der Sache, die Prunksitzungen und Maskenbälle, aber auch Kinderfasching und Kampagne-Eröffnung mit lnthronisation der neuen Kamevalsprinzessin kommen bei der Bevölkerung an. Im Laufe der Zeit hat sich natürlich einiges gewandelt und geändert, die ersten Sitzungen wurden noch im alten Saal des »Deutschen Hofes' durchgeführt. Der Wind zog im November bis zum Februar so durch die Mauerritzen, dass die Zuschauer und Gäste im Mantel auf ihren Stühlen saßen. Es soll sogar vorgekommen sein, dass der Wein auf der Bühne im Glas gefroren war. Die aktiven EIferräte und Vorstandmitglieder mussten bereits zwei Tage vor den Veranstaltungen im Schichtbetrieb Tag und Nacht die Kanonenöfen beschicken, damit im Saal wenigstens etwas Wärme einzog.

Wie froh waren Veranstalter und auch Besucher, als die neue Sporthalle des SV Rohrhof eingeweiht werden konnte, denn somit hatten auch die ,,Rohrhöfer Göggel' ein neues Domizil um zumindest mit ihren Veranstaltungen dorthin auszuweichen. Der Zuspruch bis zum Anfang der 90er-Jahre war doch schon wieder so groß, dass für die Prunksitzung und Seniorensitzung inzwischen die große Sporthalle bei der Schillerschule genutzt wird. Selbst zwei Prunksitzungen im Vereinshaus Rohrhof waren nicht mehr ausreichend, um die Kartennachfrage zu erfüllen. Jetzt in der Sporthalle ist ausreichend Platzangebot vorhanden und die Veranstaltungen dort können bei annehmbaren Eintrittspreisen auf hohem Niveau durchgeführt werden.Gewandelt hat sich auch das Bild der Garden, neue moderne Uniformen wurden angeschafft, traditionelle Landsknechtkostüme wurden in die Garderobenschränke verbannt. Dennoch haben sich die Garden und Tanzmariechen ihre Tradition erhalten, sie tanzen für das närrische Publikum ihren Marsch oder auch ihre Polka, wenn auch die Tanzschritte immer akrobatischer werden und der Rhythmus immer schneller.

Man hat sich natürlich auch neuen Experimenten zugewandt und die eine oder andere Veranstaltung versucht zu etablieren. Dies ist dauerhaft mit einem »Goggelfest" im großangelegten Festzelt-Stil oder auch mit einer Herrensitzung in der Brühler Festhalle nicht gelungen. So manchen Rückschlag haben die Karnevalisten verdaut und dennoch auch immer wieder ihren Humor walten lassen.Dies auch dann, wenn es um die Tradition und die Erhaltung von heimatlichen Brauchtum geht, wie dies die Rohrhöfer Göggel mit Kerwe und Sommertagsumzug in der Vergangenheit bewiesen haben.

Schon in den ersten Jahren, also seit dem Gründungsjahr 1961 gab es immer die Bestrebungen im Elferrat die Rohrhöfer Kerwe wieder etwas zu beleben. So wurde mit dem Ausgraben der Kerwe bei einer bekannten Persönlichkeit die Kerwe begonnen und mit einem anschließenden Umzug zum Kerwebaum am Vereinslokal, damals noch der »Deutsche Hof', dann später auch das ,,Goldene Lamm’ , die „Kerweschlumpel" aufgehängt. Vom Kerwesonntag bis zum Kerwedienstag war dann absolutes Feiern angesagt. Am Kerwedienstag wurde die Kerweschlumpel wiederum mit einem Umzug zu ihrem schlimmen Ende gebracht, auf dem Hofplatz und später dann auf dem Messplatz wurde sie verbrannt.Diese Zeremonie wurde auch in Brühl von dem einen oder anderen Verein (Feuerwehr oder auch Turnverein) durchgeführt und dies führte letztendlich auch dazu, dass der ganze Kerwerummel sich auf andere Beine gestellt hat.

Gut ist, dass heuer die Kerweborscht' sich der Tradition wieder annehmen und die Kerwe ähnlich wie vor Zig-Jahren wieder Gestalt annimmt. Aber auch der Sommertagszug hat in Rohrhof durch den Carnevalverein wieder Gestalt bekommen und erfreut sich neuer Beliebtheit. Anfang der 60er Jahre haben sich die Schulen, Kindergärten und der eine oder andere Ortsverein viel Mühe gemacht und bekannte Motive aus Märchen und Sagen gestaltet. Die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter gaben als Motivwagen dem Umzug ein Gerippe und dazwischen formierten sich die sieben Zwerge, Hänsel und Gretel oder auch Frau Holle. Sogar mit einem 12 m langen Tieflader und einer echten Schafherde auf einer Frühlingswiese war der Rohrhofer Sommertagszug schon bestückt. Im Zusammenhang mit dem Rohrhofer Sommertagsfest" soll auch diese Tradition des Sommertagszuges" mit anschließender, symbolischer Winterverbrennung beibehalten werden.

Die Rohrhöfer Göggel sind auch nach wie vor dabei, wenn es darum geht, Brauchtum und Tradition zu erhalten.

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