Ein sichtbares Zeichen des Dankes

Brühl. Wenn der "Brühler Hof" kurz vor dem Start in die heiße Phase der "tollen Tage" vor rot- und schwarzbekittelten Narren geradezu überquillt, kann das seit 1987 eigentlich nur bedeuten, dass es wieder hohe Ehrungen auszusprechen gibt. So traf sich die "Göggel"-Familie in diesem Gasthaus, um den begehrten Leo-Angresius-Verdienstorden des Karnevalvereins an solche Mitglieder zu vergeben, die sich um die Fasnacht im Allgemeinen und die "Rohrhöfer Göggel" in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Mit dem Orden soll aber auch die Erinnerung an den Namensgeber wachgehalten werden, "den inzwischen nicht mehr viele von uns persönlich gekannt haben", erläuterte Präsident Gerhard Luksch im Rahmen der sehr familiär-fröhlichen Feierstunde. Leo Angresius habe sich einst als Büttenredner, aber auch als Elferrat im Hintergrund sehr viele Verdienste um den Verein erworben. Die Auszeichnung nach ihm zu benennen sei also nur folgerichtig gewesen, erklärte Luksch.

Dennoch sei die Frage, ob ein Orden, den inzwischen 58 Mitglieder des Vereins an der Brust tragen, noch passend sei oder ob man ihn durch eine andere Auszeichnung ersetzen solle, aufgekommen, berichtete Luksch. Die Vergabejury aus den Preisträgern der beiden vorangegangenen Jahren und dem Präsidium habe aber schnell eine eindeutige Antwort gefunden: "Er soll bleiben!" Nach wie vor sei der Leo-Angresius-Verdienstorden ein Ansporn, sich im Verein einzusetzen. Und sicherlich finde man noch über Jahre hinaus, so wie in dieser Kampagne, engagierte Mitglieder, die würdig seien, die Auszeichnung zu erhalten, hob Gerhard Luksch hervor.

Die Laudatio auf die neuen Ordensträger halten traditionell, soweit sie nicht terminlich verhindert sind, die Preisträger des Vorjahres. So machte sich auch Meike Schwarz in karnevalistischer Lyrik ihren Reim auf den 59. in den Reihen der Ordensträger. Seit nunmehr zehn Jahren sei er immer zur Stelle, wenn er gebraucht werde, wirke vielfach im Hintergrund, bringe sich beispielsweise beim Elferratswagen oder beim Bühnenbild für die Sitzungen immer intensiv ein, und banne das Bühnengeschehen auf Film, den er dann entsprechend bearbeite. So wurde Klaus Kunde als Schaffer im Hintergrund mit dem Leo-Angresius-Verdienstorden ausgezeichnet.

Loblied auf den Senat
Der zweite Ausgezeichnete wurde von Gerhard Luksch in Prosa vorgestellt. Er sei als aktiver Senator nicht unbedingt derjenige, der gerne im Rampenlicht stehe, aber wenn er gebraucht werde, sei er sofort und stets für den Verein da. Als Vorstandsmitglied des Sportvereins Rohrhof habe er einst, als die Prunksitzungen noch in der Rohrhof-Halle stattfanden, ein engagiertes Bindeglied gebildet, das sich immer für die Belange der "Rohrhöfer Göggel" eingesetzt habe. Und so wurde Günter Schmidt die silberne Medaille ans schwarze Revers geheftet.

Apropos Senat: Auf ihn, der in diesem Jahr seinen 22. Geburtstag feiern darf, sang Gerhard Luksch im Rahmen des Ehrennachmittags das hohe Loblied. Besonders hob er Senatspräsident Bruno Geiger hervor, der inzwischen aus dem Hessischen zu jeder Kampagne anreist, in diesem Jahr aber letztmals Regie bei der Prunksitzung führt. Er sorge mit viel Erfahrung dafür, dass alles reibungslos ablaufe und für das Publikum spielerisch aussehe. Als Azubi als Regisseur hinter den Kulissen lerne der Tausendsassa bereits seit dem Vorjahr Christian Ruiter an.

Und auch Elke Menzel wurde im Rahmen der munteren Veranstaltung offiziell für ihr Engagement als Schriftführerin und als Chefin des Geschirrmobils lobend erwähnt und mit einem Gutschein geehrt. Sie sei eine wichtige Stütze des Vorstands und es vergehe kein Tag, an dem sie sich nicht für die "Göggel"-Familie engagiere, so Luksch.

Im Anschluss an den offiziellen Teil mit Gratulationsdefilee für die neuen Ehrenträger klang der Nachmittag gesellig aus. Dirk Mehrer sorgte für Begleitmusik. ch

Schwetzinger Zeitung
25. Januar 2010

Leo Angresius Orden für Klaus Kunde und Günter Schmidt
v.l.n.r.: Juli Nagy, Klaus Kunde, Günter Schmidt, Selina Brixner, Ralf Schwarz, Gerhard Luksch
Leo Angresius Orden für Klaus Kunde und Günter Schmidt

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