„Rathaussturm: Narren eroberten sich gestern den „Schlüssel der Macht“
und Bürgermeister Dr. Göck ergab sich den „Waffen der Prinzessinnen“
Narren übernehmen das Gemeindezepter

BRÜHL. Offensichtlich wirkte sich die kurze Fasnachtskampagne auch auf das Tempo beim Rathaussturm am gestrigen Sonntag aus. Nach gerade einmal sieben Minuten hatte die gemeinsame närrische Streitmacht aus Brühler „Kollerkrotten“ und „Rohrhöfer Göggel“ das Rathaus praktisch im Handstreich genommen. Vielleicht lag das ungewöhnliche Tempo aber auch an der deutlichen Übermacht der Narren, denn Bürgermeister Dr. Ralf Göck standen zur Verteidigung des Rathauses neben einigen Verwaltungsmitarbeitern gerade einmal fünf Ratsmitglieder zur Seite. Da schien man sich der ultimative Aufforderung von „Göggel“-Vize Ralf Schwarz nicht lange widersetzen zu wollen: „Übergebt jetzt schnell das Heilige Teil – Schlüssel oder wie man Ding nennt – und lasst uns mal die knappen drei, vier Woche ordentliche Arbeit da drin machen.“ Mit all ihren blau-weißen und rot-schwarzen Garden, den Elferräten, Senatoren und Prinzessinnen, den bunt kostümierten Mitgliedern des Spielmannszuges der Feuerwehr und einigen

Unter Begleitung des Spielmannszuges nahmen Garden, Elferräte, Senatoren und Prinzessinnen der Brühler „Kollerkrotten“ und der „Rohrhöfer Göggel“ gestern Aufstellung vor dem Rathaus, um vom Gemeindeoberhaupt, Bürgermeister Dr. Ralf Göck (rechtes Bild, Mitte), den Schlüssel „einzufordern“. BILDER (3): SCHWINDTNER
Zuschauern war eine gewaltige Revolutionstruppe um 11.11 Uhr bei genau elf Grad Celsius aufmarschiert, die sogar der gläsern Rathaustür Respekt gebot, denn selbst diese öffnete sich auf eigene Initiative hin so frühzeitig, dass die Narren leichtes Spiel gehabt hätten, wenn sie denn gewollt hätten. Doch zunächst stellten sie sich noch dem Verbalscharmützel mit dem Bürgermeister. „Wir haben uns lange überlegt, ob wir wirklich das Rathaus stürmen wollen“, erklärte Uwe Steindl für die „Kollerkrotten“ die närrische Zurückhaltung, offene Türen einzurennen. Immerhin sei ja das oberste Ziel bei der Machtübernahme, Zugriff auf die Finanzen zu bekommen, „aber die dürften wegen der 850-Jahr-Feier ja sicherlich verlebt sein“. Man habe sogar erwogen, diesmal das Rohrhofer Rathaus zu stürmen, denn „die haben ihr Jubiläum ja schon vor längerer Zeit gehabt“, sagte er. Doch sicherlich dürfte dieser Plan in Ermangelung eines solchen Gebäudes im nördlichen Ortsteil verworfen worden sein. Bürgermeister Göck versuchte zwar noch mit einer humorigen Denksportaufgabe die Zeit seiner Regierungszeit etwas hinauszuzögern, doch dieses Rätsel kursiert schon derart lange, dass die Narren beim Lösen nur milde lächeln konnten. „Ihr seid halt auf Zack“, musste der Schultes da kleinlaut einräumen und ergab sich den „Waffen der Prinzessinnen“, den Küssen und Orden, und übergab seinerseits neben dem Hufeisenschlüssel, der diesmal an die „Göggel“-Regentin „Vanessa aus Spaß an der Freud’“ ging, an deren „Kollerkrotten“-Kollegin und Wiederholungstäterin „Tatjana vom Narrenadel“ und die Rohrhofer Kinderprinzessin „Lea unser Goggelkrott“, Blumen und Geschenke. Mit einem kleinen Stehempfang im Rathauskeller klang die unblutig verlaufene Machtübernahme gesellig aus. Jetzt müssen sich die Narren allerdings sputen, denn schon in knapp einem Monat geben sie die Insignien der Macht im Ort schon wieder an den Schultes zurück. ch

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