Witzige Bütten und schwungvolle Lieder:
Bei den "Rohrhöfer Göggeln" hat an diesem Abend die schlechte Laune keine Chance

Beim „Göggel-Finale“ trat der ganze Saal eine tänzerische Weltreise an
BRÜHL. Nicht nur der Tanz, sondern auch die Rede ist bei einer Prunksitzung gefragt, und geredet wird hier in der Bütt, heiterer Nonsens und hintergründige närrische Rhetorik. Endgültig den Kinderschuhen entwachsen ist der "Närrische Enkel" und jetzt, wo er mehr Durchblick hat, beklagte er sein hartes männliches Schicksal: "Dir fällt als Bub nur enes ei ,man müsste halt e Mädel sei." Frau Brummer erschien im Tutu und Putzfrauenkopftuch, als sie, die schönste der Frauen, jauchzend in die Welt hinein tanzen wollte. Als sie dann noch für die üppig gemalten Formen Rubens im Louvre schwärmte, hielt ihr Frau Spreisel den Spiegel vor, in dem sie sich als Rubensgemälde erblickte.

Das war wie eine Vorlage für "Goggelguscht" Roland Kohl, der, sehr zum Unmut der Damen im Saal, an seiner Frau kein gutes Haar ließ, als er unter anderem einen Stuhl für sie bastelte und nur noch mit der Elektrik Probleme hatte. "Groiner" Kurt Wilhelm kam dem Tränen abwischen kaum nach. In seiner typisch weinerlichen Fasenacht-Rhetorik "ich weß gar net, ob ich das verzähle soll", erzählte er von seinem Fernseherlebnis mit einer ledernen, Peitschen bewaffneten Domina, die ihn zwang, den Teppich abzuschlecken. Für die Telefongebühren hätte man den Teppich mehrmals reinigen können, meinte seine Frau. Gerhard Luksch wünschte dem beinahe 84-jährigen noch viele Jahre in der Bütt.

In gewohnter Manier auf heimischem Terrain, Boxer und Michel, die den Bürgermeister wenig attraktiv für die Mädels hinten im Saal hielten. "Siehst du die Schwiegermutter im Teich winken, wink zurück und lass sie sinken", belehrte er einen jungen, unerfahrenen THW-Helfer. Stimmung brachte das "Wasentrio". Flügelschlagend brachten es die Narren auf die Beine und ins Hühnerhaus, dann ging es zum Rückenschrubben in den Orient und mit Habelibab zog eine Polonäse "nach Marokko, do hen si al e lange Rock o". Die "Dubbglas Brider" freuten sie sich über die Ehre, auf der anderen Rheinseite zu sein und tranken dem Bürgermeister die Flasche leer. In die grenzenlose Freiheit über den Wolken ging es und keiner "war in der Lage ihr(Ihnen) aus dem Wege zu gehen". "Wenn das Wasser im Rhein" kam gerockt als Zugabe, ging mit "ein Stern, der deinen Namen trägt" in die Neuzeit, und mit "Wenn das so weitergeht" hatten sie einen Rückfall ins stimmgewaltige Altertum. Guggemusik vom Feinsten brachten mit individuell angemalten Gesichtern die "Schnoogebatscha". "Mama Mia" hieß es bei der Engländerin Charlotte Cavelle. Die brillante Sängerin brachte den Saal auf Touren, und Roland Kohl füllte als "Big Spender" das Glas.

Der Höhepunkt kam zum Schluss, das große Göggel-Finale. Eine Weltreise ging über die Bühne, mit Hola Humba nach Afrika unter Schwarzen mit Baströckchen (Juniorengarde), dann zu den mit Sombreros bekleideten Mexikanern (Seniorengarde), wo es so temperamentvoll wurde, dass der reisende Tourist beinahe die Hosen verlor. Groß war die Schar der Geishas (Elferratsfrauen) mit farbenprächtigen Kostümen in Japan, am wirkungsvollsten jedoch muskelbepackte, leichtgeschürzte Can-Can-Tänzer(innen), wie vertriebene Büffel ließen sie moulin-rouge-mäßig die Röcke fliegen, zeigten Bein und Hinterteil (der männliche Elferrat). "Hey wir sind die Göggel, wir liewe unser Fasnacht" sangen rund 100 aktive Göggel von der Bühne. "Wir sind froh, dass wir e Stück vom Rohrhof sind". Melancholisch närrisch ging eine Supershow zu Ende.

Bei aller närrischen Feier sollte nicht die Arbeit und Mühe übersehen werden, die dafür erforderlich ist, und diejenigen, die sich dafür das ganze Jahr über einsetzen sollten erwähnt werden. Die Trainer(innen), Betreuerinnen und Mitwirkenden: Sina Weber, Heike Medina-Lopez, Natascha Kohl, Meike Schwarz, Marcel Luksch, Anette Mehrer, Nina Hahn, Kerstin Virag, Kevin Miehm, Imke Miehm, Sylvia Müller, Ivonne Issler und Ralf Schwarz. Viel Arbeit erfordert das Training und das Entwerfen und Schneidern der Kostüme. Arbeit die vom Präsidenten mit einem besonderen Dankeschön gewürdigt wurde und auch Anerkennung beim Publikum fanden.

cla
Schwetzinger Zeitung
21. Januar 2008


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